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Duales Studium in Deutschland

Was ist ein duales Studium?

Infos rund um ein duales Studium in Deutschland und eine Übersicht dualer Studiengänge

Nicht alleine das Abitur gilt als Eintrittskarte in die Welt der elitären Berufe. Mag diese Voraussetzung vor einigen Jahren noch genügt haben, so wird immer stärker ein universitärer Abschluss gefordert. Da verwundert es nicht, dass sich die Lehranstalten über einen Mangel an Bewerbern nicht beklagen können. Denn die Zahl jener Schulabgänger, die ein Studium aufnehmen wollen, ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. Doch das bringt nicht zwingend den Vorteil mit sich, auf eine gut ausgebildete Jugend zurückgreifen zu können, die ihre Karriere in der Wirtschaft, den technischen Berufen oder vielleicht als Mediziner angehen wollen.

Stattdessen sinkt das Niveau der Bildung im Allgemeinen. Die überfüllten Hörsäle mögen daher eine Vielzahl an Absolventen hervorbringen. Deren Bildungsgrad ist aber im internationalen Vergleich nicht unbedingt auf den vorderen Rängen angesiedelt. Dazu kommt, dass sich der Student – neben seinem theoretischen Wissen – oft noch um die praktischen Fertigkeiten bemühen muss. Das alles ist für ihn also nicht nur anstrengend und fordernd, sondern auch ebenso zeit- wie kostenintensiv. Denn die eigentliche Ausbildung wird im Regelfall erst nach Beendigung der Studienzeit verrichtet.

Eine Alternative zu diesem Weg bildet das duale Studium. Hierbei werden Theorie und Praxis gleichermaßen vermittelt, was nicht selten zu zeitlichen Einsparungen und einer Komprimierung des Wissens führt.

Worum handelt es sich bei dem dualen Studium?

Wer sich einmal durch ein Hochschulstudium gequält hat, der wird um die Vielzahl der Stunden wissen, die in Hörsälen, Seminaren und ähnlichen Kursen verbracht werden. Ganz zu schweigen von der eigenen Vor- und Nacharbeit, die nicht selten abends oder am Wochenende in der fachspezifischen Bibliothek stattfinden. Das mag zwar ein hohes Maß an Bildung vermitteln. Den praktischen Bezug der Tätigkeit erläutert diese Lehroption jedoch nicht. Viele Absolventen haben später an genau diesem Mangel zu leiden, da von ihnen schlichtweg die handwerklichen Fertigkeiten erwartet werden, die der Beruf mit sich bringt. Das duale Studium will hierbei Abhilfe schaffen. Einerseits ist es in zwei gleichberechtigte Blöcke unterteilt: Theorie und Praxis. Andererseits vermittelt es bereits während des Studiums sämtliche Aspekte der Ausbildung. Der Bezug zur Praxis ist damit weitaus höher, was nicht selten zu einem verständlicheren Lernen unter den Studenten führt. Denn was sie sich heute noch in den Büchern anlesen oder in den Vorlesungen hören, das können sie bereits morgen mit den eigenen Händen anfassen und selbst umsetzen. Oft führt dieses duale System dazu, dass die Betroffenen schneller und vor allem effizienter das Wissen aufnehmen, verarbeiten und folglich auch anwenden können.

Für wen eignet sich ein solches Studium?

Bereits während des herkömmlichen Studiums bietet sich oftmals die Möglichkeit, einen Kontakt zur Praxis herzustellen. Etwa im Praktikum. Doch oftmals reichen diese Maßnahmen nicht aus, um einen wirklichen Bezug zu der jeweiligen Tätigkeit zu gewinnen. Das duale Studium richtet sich zunächst folglich an solche Studenten, die schon während ihrer universitären Laufbahn in enger Verbindung zu ihrem späteren Tätigkeitsfeld stehen wollen. Zudem ist es für all jene Interessenten wie geschaffen, denen die Vermittlung der handwerklichen Fähigkeiten so früh wie möglich wichtig ist. Das mag insbesondere für die Ingenieurberufe gelten, in denen die Fingerfertigkeit in Bewegung bleiben und mit praktischen Übungen verstärkt werden sollte. Auch hier ist das duale Studium eine gute Möglichkeit, das theoretische Wissen mit dem praktischen Können zu vereinen. Aber diese Option richtet sich auch an jene Personen, die unter dem Druck – oder dem Wunsch – stehen, das Studium in einer bestimmten Zeit zu absolvieren. Zum Beispiel um Kosten zu sparen. Denn hierbei fallen häufig die Semesterferien ganz oder teilweise weg. Auch in den Genuss von Freistunden wird der Student eher selten einmal kommen. Die Zeit wird daher effektiv genutzt, was im Regelfall sehr vorteilhaft für den Studenten ist und ihm alle Aspekte des Berufes komprimiert darlegt.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Studium ist nicht gleich Studium. Auch ein duales Studium macht dabei keinen Unterschied und bietet gleich mehrere Optionen an. Bei der ersten davon handelt es sich um einen ausbildungsintegrierenden Studiengang. Hierbei wird das Studium an einer Fachhochschule mit der Ausbildung in einem anerkannten Beruf verbunden. Damit vereint der Absolvent also eine wissenschaftliche sowie eine praktische Ausbildung in sich. Die zweite Möglichkeit des dualen Studiums liegt in dem praxisintegrierenden Studiengang. Im Grunde genommen handelt es sich dabei um ein herkömmliches Studium, bei dem lediglich die praxisorientierten Phasen ausgedehnt sind. Damit liegt der Schwerpunkt der Wissensvermittlung zwar noch immer auf den theoretischen Fertigkeiten. In den praktischen Seminaren wird jedoch schon ein tieferer Einblick in die Materie gewährleistet. Oft findet hierbei die praktische Arbeit in einem speziellen Semester oder während der Ferien statt. Die letzte Option besteht in einem berufsbegleitenden Studiengang. Diese Variante lohnt sich für alle Personen, die einerseits über die Voraussetzungen zu einem Hochschulstudium verfügen, andererseits aber bereits eine Ausbildung abgeschlossen haben, in der sie nun tätig sind. Dabei wird der Beruf ganz normal ausgeführt und von dem Studium begleitet. Dieses wird etwa am Wochenende oder ein bis zwei Tagen pro Woche aufgenommen. Mehr Informationen zu den Typen eines dualen Studiums finden Sie hier.

Welche Einrichtungen bieten das duale Studium an?

Die Vielzahl der aufgezeigten Möglichkeiten bringt es mit sich, dass hierbei nicht lediglich die Bewerbung an eine Universität gerichtet werden muss. Überhaupt sind diese im Regelfall nicht in der Lage, diesen dualen Weg aufzuzeigen. Stattdessen kommt es meist der Fachhochschule zu, ein solches zweigleisiges Studium in ihr Repertoire aufzunehmen. Der erste Anlaufpunkt des Interessenten sollte daher diese Lehranstalt sein. Daneben wird ein Unternehmen benötigt, das ebenfalls den Weg des dualen Studiums zu gehen imstande ist. Oft handelt es sich dabei um solche Firmen, die mit der Hochschule bereits ein Abkommen darüber geschlossen haben. Nicht selten kann daher auf der Webseite der Bildungseinrichtung bereits ein Katalog jener Betriebe gefunden werden, die das duale Studium gleichfalls anbieten. Im weiteren Verlauf ist es wichtig, für welche Variante der zweigleisigen Wissensvermittlung der Student sich entscheidet. So kann die erste Bewerbung entweder bei der Fachhochschule oder bei dem jeweiligen Unternehmen erforderlich sein. Hierbei gilt: Je stärker der Bezug zur Praxis, desto eher sollte der Betrieb der erste Ansprechpartner sein. Je umfänglicher allerdings das zu vermittelnde theoretische Wissen ist, desto eher liegt die Zuständigkeit bei der Hochschule. Im Zweifelsfalle können jedoch beide Partner kompetent darüber informieren, wie der Weg genau einzuschlagen ist.

In welchen Fächern ist das Studium möglich?

Die zweigleisige Wissensvermittlung ist grundsätzlich eine Ausnahme im Bildungssystem. Sie mag ihre Vorteile haben, auf die nachfolgend noch einzugehen ist. Gegenwärtig ist das duale Studium jedoch nur ein Bestandteil weniger Fachbereiche. Bei ihnen handelt es sich zudem vorwiegend um die technischen Berufe. Etwa jenem des Maschinenbaues oder der Mechatronik. Hier ist der praktische Bezug der Tätigkeit neben der Vermittlung des theoretischen Wissens ein Grundstein der Ausbildung. Ein weiterer Fachbereich, der das duale Studium anbietet, liegt in der Wirtschaft. Angefangen bei der Bauwirtschaft über das Wirtschaftsingenieurwesen oder die Immobilienwirtschaft bis hin zu den vielfältigen Möglichkeiten des Managements bietet sich dem Interessenten hierbei ein weites Spektrum an Betätigungsfeldern. Auch die soziale Arbeit kann auf dem dualen Wege erlernt werden. Demgegenüber ist insbesondere in den künstlerischen, natur- und geisteswissenschaftlichen Fächern das Interesse zwar groß, Praxis und Theorie gleichfalls zu verschmelzen. Bislang ist das jedoch noch nicht gelungen. Eine Ausnahme machen dabei jedoch viele medizinische Berufe, denen ein Studium immanent ist. Diese behandeln aber im Regelfall auch einen technischen oder wirtschaftlichen Teil, der eben auf der Fachhochschule gelehrt wird. Der rein naturwissenschaftliche Bezug dagegen ist nicht für das duale Studium geeignet.

Welche Vorteile habe ich?

Die komprimierte Wissensvermittlung mag an den Lehreinrichtungen noch die Ausnahme sein. Allerdings sprechen einige Gründe dafür, das duale Studium auch weiterhin stark zu fördern. Denn es bietet dem Studenten diverse Vorteile. Das gewichtigste Merkmal liegt wohl in der Reduzierung der Ausbildungsdauer. Sicherlich wird der Absolvent hierbei häufiger rasten als ruhen. Gerade dieser Antrieb ist es aber, durch den er meist einige Semester einsparen kann. Damit tritt er in einem jüngeren Alter in den Beruf ein – ohne einen Mangel an Kompetenz aufzuweisen. Damit verbunden ist der Aspekt, dass er nun nicht lediglich den universitären Abschluss vorweisen kann, sondern auch einen anerkannten Ausbildungsberuf besitzt. Dieser Doppelabschluss unter Einsparung von Zeit wird von vielen Arbeitgebern gerne gesehen und sollte gegenüber einem herkömmlichen Bewerber immer ein Vorteil sein. Das bedingt freilich die besseren Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Denn das vorhandene theoretische und praktische Wissen eröffnet dem Absolventen eine Vielzahl an Perspektiven. Sind auch seine Noten nicht allzu schlecht, werden ihm diverse Türen und Aufstiegsmöglichkeiten offenstehen. Der letzte Vorteil des dualen Studiums wirkt dagegen schon beinahe spießig – denn er behandelt das Geld. Der Student erhält nämlich dank seiner praktischen Tätigkeit bereits während des Studiums eine Ausbildungsvergütung. Zudem befreit ihn das jeweilige Unternehmen von den Studiengebühren.

Gibt es Nachteile?

So vorteilhaft das alles klingen mag, so sehr lauern natürlich auch hier einige Stolpersteine auf den Studenten. Denn dessen Weg zum Erfolg ist vielleicht kurz, dafür aber sehr steinig. So wird er sich nicht über Semesterferien erfreuen können, die eine Länge von zwei oder sogar drei Monaten aufweisen. Denn diese Zeit verbringt er arbeitend, um die praktischen Kenntnisse zu vertiefen. Statt der Ferienzeit kann er also eine geringe Menge an Urlaubstagen für sich beanspruchen. Er agiert hierbei folglich wie ein Auszubildender. Je nach gewähltem Weg des dualen Studiums werden zudem die Tage sehr lang. So kann es nötig werden, tagsüber einem geregelten Beruf nachzugehen und die Abende für das Studium zu opfern. Nicht selten finden dessen Präsenzphasen an der Fachhochschule zum Beginn des Wochenendes statt. Dem Absolventen wird daher ein Höchstmaß an Einsatz und Disziplin abverlangt. Doch dieses weist er nicht alleine für sich nach. So sind die Studienpläne auf dem dualen Weg sehr eng gefasst und erlauben oftmals keine Wiederholungssemester oder ein längeres Einarbeiten. Der Student wird dabei fast täglich gefordert. Er mag selbst überlegen, ob das die Vorteile überwiegt, die er aus der zweigleisigen Ausbildung gewinnt.

Voraussetzungen für ein duales Studium:

Wer sich letztlich für diesen Weg entschieden hat, muss im Regelfall den Nachweis erbringen, dazu auch die Befähigung zu besitzen. Das beginnt grundsätzlich bei der Bewerbung in einem Betrieb. Dafür müssen die geistigen wie körperlichen Voraussetzungen erfüllt sein, die sich je nach Beruf unterscheiden können. Da die Ausbildungsplätze in der Regel sehr begehrt sind, sollte die Bewerbung schon frühzeitig in Angriff genommen werden. Wer das verpasst, sieht sich oft einer langen Wartezeit ausgesetzt. Ist der Ausbildungsvertrag in dem Betrieb unterschrieben, so gilt er als erster Teil der Voraussetzungen für das duale Studium. Der zweite Bestandteil liegt in der Schulbildung. Hierbei wird regelmäßig das Abitur gefordert. Allerdings gibt es je nach Bundesland und Bildungseinrichtung davon einige Ausnahmen. So kann bereits die fachgebundene Hochschulreife ausreichen. Mir ihr wäre das Studium einer eingeschränkten Zahl an Fächern möglich. Seltener ist dagegen das Einfordern der Fachhochschulreife. Mit ihr wird im Regelfall der Nachweis erbracht, die Schule bis zur zwölften Klasse besucht sowie anschließend ein einjähriges Berufspraktikum genossen zu haben. Allerdings wird dieser Abschluss nicht von allen Hochschulen anerkannt. Zudem berechtigt er nicht zu einem Studium in einem anderen Land. Der Interessent sollte sich daher vorab informieren, welche Voraussetzung er genau zu erbringen hat.

Wie ist der Studienablauf?

Üblicherweise beginnt der Weg des Studenten nach Beendigung seiner schulischen Laufbahn mit dem Suchen einer Ausbildungsstätte. Ist diese gefunden, kann die Bewerbung an der Hochschule erfolgen. Die universitäre Wissensvermittlung gelingt nun auf dem dualen Wege: Der Student wird etwa tagsüber in den Vorlesungssälen sitzen und in der Ferienzeit arbeiten. Oder er geht einem geregelten Beruf nach und widmet sich nur an einem oder zwei Tagen pro Woche der Theorie. Die Möglichkeiten dabei sind unterschiedlich gestaltet und sorgen natürlich auch für ungleichmäßige Abläufe des Studiums. Im Regelfall wird dessen Dauer zwischen sechs und zehn Semestern betragen. Das hängt nicht nur von der gewählten Fachrichtung, sondern auch von der jeweiligen Hochschule ab. So kann es bereits zwischen den Bundesländern zu Abweichungen kommen. Das Studium selbst wird mit einer Abschlussprüfung erfolgreich bestanden. Dem Absolventen steht es nun frei, einen Beruf zu ergreifen oder sich der Weiterführung des Studiums zu widmen. So kann er seinem Abschluss im Regelfall einen höheren Bildungsgrad beimessen. Das erfordert oft zusätzliche vier bis sechs Semester, die erneut mit dem Nachweis des Wissens beendet werden. Der Weg ist daher nicht immer einfach, aber er entlässt den Absolventen doch gewiss mit einem hohen Grad an Bildung in das Berufsleben.